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Karolin Köhler – Dressage, Horsemanship & Fütterungsmanagement

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Grundregeln des Pferdefütterungsmanagements „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“

Als Reiter oder Pferdebesitzer kommen verschiedene Dinge auf dich zu, mit denen du, bevor der Pferdevirus zugeschlagen hat, gar nicht so wirklich gerechnet hast bzw. nicht dachtest, dass die Materie rund um die Pferde so komplex sein könnte. Das gilt unter anderem für die reelle Ausbildung eines Pferdes, die Wahl der passenden Ausrüstung, sowie auch für die Pferdefütterung.

Bei der Fütterung der Pferde geht es nicht nur darum die Pferde mit Grundfutter und Kraftfutter zu versorgen, sondern diese leistungsgerecht und vor allem gesunderhaltend zu füttern. Dabei sollte jedes Pferd einen individuell abgestimmten Futterplan haben. Die Pferdefütterung ist allgemein ein komplexeres Thema, als du vielleicht denkst. Du kannst mit einer optimalen Fütterung grundlegende Weichen stellen. Denn viele gesundheitlichen Probleme hängen heutzutage leider oft mit einem falschen oder schlechtem Fütterungsmanagement zusammen. An diesem Punkt sind wir Reiter und Pferdebesitzer in der Pflicht uns mit diesem Thema zu beschäftigen und einen passenden, individuell angestimmten Futterplan zu erstellen. Das manifestiert ganz nebenbei schon der zweite Absatz des Tierschutzgesetzes von 1972.

Kennst du dich mit der Fütterung der Pferde nicht so gut aus, dann gibt es ein paar Grundregeln, die dir helfen, dich in diesem komplexen Thema zurechtzufinden, sofern es sich um ein gesundes Pferd handelt, dass keine speziellere Fütterung benötigt. Handelt es sich um ein Pferd mit einer Krankheit, die durch die Fütterung positiv beeinflusst werden kann oder um andere Probleme, die mit der Fütterung zusammenhängen, ist es vorteilhaft zusätzlich einen Fachmann zu Rate zu ziehen.

 

Grundregeln der Pferdefütterung

Allgemein sollte bei der Rationsgestaltung die Haltungsform des Pferdes, die Bewegungsleistung, der Gesundheitszustand, der aktuelle BCS (Body Condition Score), das Alter und die Rasse des Pferdes beachtet werden. Individuell können noch weitere Parameter hinzukommen, die berücksichtigt werden sollten.

Du solltest wissen, dass die Futterration immer an die aktuelle Bewegungsleistung angepasst werden muss. Verändert sich diese z.B. aufgrund einer anderen Trainingsphase oder einer Krankheit, muss auch die Futterration umgehend entsprechend verändert werden.

Bei der konkreten Bedarfsermittlung wird grundsätzlich zwischen dem Erhaltungs – und dem Leistungsbedarf eines Pferdes unterschieden.

Der Erhaltungsbedarf ist dabei der Bedarf, den ein Pferd hat, das keine besondere Leistung verrichtet. Das heißt, dass es sich nicht im Wachstum befindet, laktiert oder eine erhöhte Bewegungsleistung verrichtet. Es benötigt die Energie für die Konstanterhaltung der Körpermasse, der Körpertemperatur sowie für die elementare Funktionen des Organismus.

Grundsätzlich gilt, dass der Erhaltungsbedarf jedes Pferdes durch das Grundfutter gedeckt werden soll. Konkret bedeutet das, dass jedem Pferd ausreichend Raufutter, in Form von Heu zur Verfügung stehen muss. Optimal ist eine Heufütterung ad Libitum. Angepasst an die Bewegungsleistung muss die Futterration dann mit Kraftfutter erweitert werden. Je nachdem welche Form des Kraftfutters individuell gewählt wird und je nach Bedarf des jeweiligen Pferdes, sollte die Futterration mit Mineralfutter ergänzt werden. Ein Salzleckstein muss jedem Pferd zur Verfügung stehen (dieser darf allerdings nicht im Futtertrog liegen). Die Versorgung der Pferde mit ausreichend sauberem Wasser (in der Box und auf der Weide!) ist eine Selbstverständlichkeit.

Aufgrund des komplexen Verdauungsprozesses der Pferde muss die Futtersequenz (Reihenfolge der Futtermittelgabe) Raufutter vor Kraftfutter eingehalten werden. Wichtig ist dabei, dass grundsätzlich das Kraftfutter frühestens 10 – 15 min nach Gabe des Raufutters gefüttert wird. Die Fütterungssequenz (Häufigkeit des Futters) muss sich an den Futtermengen und Fresszeiten je Mahlzeit orientieren. Es dürfen keine Fresspausen von mehr als vier Stunden entstehen.

 

Mein persönlicher Tipp

Lasse regelmäßig ein großes Blutbild anfertigen. So können Mängel frühzeitig entdeckt und punktuell aufgefüttert werden. Pferde können Mängel eine Zeit lang kompensieren, doch jeder Reiter ist in der Pflicht alle Weichen so zu stellen, dass dem Pferd alles zur Verfügung steht, um die von ihm geforderte Leistung erbringen zu können ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen. Treten Mangelerscheinungen zu Tage, sind diese meist schon erheblich. Zusätzlich hat man, wenn man z.B. einmal im Jahr ein Blutbild machen lässt gute Vergleichswerte und eine stetige Überwachung des Gesundheitszustands.

Alles Gute für dich und deine Fellnasen!

 

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Karolin Köhler - Dressage, Horsemanship und Fütterungsmanagement

 

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