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Equikinetic – Eine besondere Form des Intervalltrainings

Equikinetic - Optimales Intervalltraining für Pferde

Was ist Equikinetic®?

Equikinetic® ist eine spezielle Form der  Dualaktivierung, die an der Hand oder der Longe praktiziert wird. Michael Geitner und seine Trainer-Kollegin Alexandra Schmied entwicketen und verfeinerten die Trainingsmethode mehrmals, um es optimal auf alle Sparten im Pferdesport anzupassen. Alle Pferde unterschiedlichen Ausbildungsstandes profitieren von der Equikinetic®. Egal ob Westernpferd, Spring- und Dressurpferd, Shire Horse, Shetlandpony oder Gangpferde wie Isländer. Bei Freizeit-, Jung- und Rehapferden wird besonders Gelassenheit, Balancegefühl und Kraft gefördert und aufgebaut. Erfahrene Pferde werden hingegen fit und geschmeidig gehalten. Nebenbei ist es eine abwechslungsreiche Trainingseinheit, die Körper und Geist der Tiere beansprucht.

 

Welches Equipment wird benötigt?

  • Wenn die Möglichkeit besteht, wird vorzugsweise mit einem optimal sitzenden Kappzaum gearbeitet. Wenn kein Kappzaum vorhanden ist, kann die Equikinetic® auch an der Trense, dem Knotenhalfter oder dem Stallhalfter praktiziert werden. Bei der Arbeit an der Trense wird nicht über den Nasenrücken, sondern über den Trensenring auf das Pferd eingewirkt. Die Hilftengebung hinsichtlich Stellung / Biegung und Geraderichtung kommt im Vergleich zum Kappzaum nicht optimal an. Pferde neigen dazu, den Kopf oder auch den Hals schief zu halten, um sich der anstrengenden Hilfe zu entziehen. Ein Stallhalftern und Kontenhalfter rutschen viel zu sehr. Die Einwirkung erfolgt über den Ring, an dem die Longe eingehangen wird. In der Regel befindet sich dieser an der Unterseite des Halfters. Auch hier kommen die gewünschten Hilfen nicht optimal beim Pferd an. Die Arbeit am Kauptzaum hingegen fördert die gezielte und präziese Einwirkung auf das Pferd, speziel den Pferdekopft. Das Pferd kann entsprechend seines Ausbildungsstandes gestellt, gebogen und geradegerichtet werden.
  • eine Longe ode ein langer Bodenarbeitsstrick (5 Meter sind ausreichend)
  • eine Peitsche (Touchiergerte ca. 1,5 m) mit nicht zu langem Peitschenschlag, denn dieser würde die Arbeit am Pferd behindern, da der Abstand zwischen Mensch und Pferd nicht sehr groß ist. Es bietet sich eine Fahrpeitsche für die Equikinetic sehr gut an.
  • 4 gelbe Schaumstoff-Dualgassen (3 Meter lang)
  • 4 blaue Schaumstoff-Dualgassen (3 Meter lang)
  • eine Zeituhr oder ggf. ein Intervall-Timer auf dem Handy

 

Wie baut man ein Equikinetic®-Feld auf?

Das Equikinetic®-Feld besteht aus vier blau-gelben Gassen. Die Gassenpaare sind jeweils gegenüber und im gleichen Abstand zueinander angeordnet. Um das Equikinetic-Feld besser und korrekt aufbauen zu können, gibt es eine Aufbau-Anleitung:

  1. Zwei blaue und zwei gelbe Gassen werden wie ein gleichmäßiges Kreuz aneinandergelegt. Man kann auch das gesamte Kreuz blau oder gelb machen. Wichtig ist nur, dass später die Gasse, die von den Pferden durchlaufen wird, aus einer blauen und einer gelben Schaumstoffgasse bestehen.
  2. Nun wird an jede Gasse eine zweite Gasse in „T-Form“ angelegt. Zu jedem „T“ gehört eine gelbe und eine blaue Schaumstoff-Gasse.
  3. Die Gasse aus dem Kreuz wird nun parallel zum „T-Kopf“ angelegt. Der „T-Kopf“ entspricht dem Innenkreis und die Gasse aus dem Kreuz entspricht dem größeren Außenkreis. Der Abstand zwischen den zwei Schaumstoffgassen sollte in etwa 1,5m entsprechen. Bei sehr großen Pferden mit einem großen Bewegungsradius oder sehr unkoordinierten und unsicheren Pferden kann der Abstand etwas größer gewählt werden. Bei Ponys oder erfahrenen Pferden kann der Abstand auch etwas kleiner gewählt werden.

Der Außenkreis kann ggf. auch durch 3 Pylonen pro Schaumstoffgasse ersetzt werden. D.h. also, eine blaue Gasse kann durch 3 blaue Pylonen und eine gelbe Gasse kann durch 3 gelb Pylonen ersetzt werden.

 

Wie wird Equikinetic® trainiert?

Equikinetc® ist eine Intervall-Trainingsmethode und wird vorwiegend an der Hand oder an der Longe trainiert. Nur sehr erfahrene Pferde, die die Equikinetic® beherrschen, können aus dem Sattel in den blau-gelben Gassen trainiert werden (Zwischen Piaffe, Passage und Piruette fördert die Equikinetic® die Mobilität und Geschmeidigkeit der Tiere). Dies ist aber nicht der Regelfall.

Trainiert wird Arbeitszeit im Wechsel mit Entspannungszeit. Nach einer Einheit Arbeitszeit und Entspannungszeit wird ein Handwechsel gemacht. Nun beginnt wieder eine Arbeitszeit und eine Entspannungszeit. Danach folgt wieder ein Handwechsel. Um diesem Prinzip gerecht zu werden und die Intervalle einzuhalten, bietet sich die Arbeit mit einem Intervall-Timer sehr gut an.

Das Pferd läuft auf einem kleineren Zirkel. Da es sich auf einer gebogenen Linie befindet, wird das Pferd in den Wendungen gebogen und gestellt. Mit der Peitsche wird das innere Bein etwas touchiert um die innere Schulter zu heben. So läuft es nicht auf der Innenhand. Gleichzeitig gilt es, den Vorwärtsschub aufrecht zu erhalten um die Hinterhandaktivität zu fördern. Das Pferd darf mit der Hinterhand nicht nach außen ausbrechen. Im Optimalfall tritt es in die Hufspuren der Vorderhufe und tritt damit otimal unter seinen Schwerpunkt.

Equikinetic® wird vorwiegend nur im Schritt und Trab praktiziet, da die korrekte Arbeit im Galopp auf einem kleine Zirkel wie diesen nicht so einfach ist.

Die Trainingszeiten in der Equikinetic®

Das Intervall-Training beginnt auf Stufe 1 mit 8 Arbeitsphasen und 8 Entspannungsphasen.

1 Arbeitsphase = 60 Sek.

1 Entspannungsphase = 30 Sek.

Später kann die Zeit der Arbeitsphase auch auf 90 Sek. erhöht werden.

Nach einer Arbeits- und Entspannungsphase wird ein Handwechsel gemacht.

Je nach Entwicklung, Sicherheit, Ausbildungsstand, Alter und dem Gesundheitszustand des Tieres kann das Intervalltraining gesteigert werden. Begonne wird auf Stufe 1, die mindestens zwei, drei Wochen praktiziert werden muss, um Sicherheit im Ablauf aufzubauen. Stufe 1 bietet sich auch sehr gut für Reha-Pferde und anderen Pferen mit muskulären Schwächen an. Wirkt das Pferd noch sehr motiviert und nicht müde, kann man die Arbeitszeit steigern. WICHTIG: Man darf die Pferde nicht überfordern und muss den körperlichen und geistigen Umständen entsprechend die Trainingszeit anpassen.

  • Stufe 1
    • 8 Arbeitsphasen je 60 Sek.
    • 8 Entspannungsphasen je 30 Sek.
  • Stufe 2
    • 10 Arbeitsphasen je 60 Sek.
    • 10 Entspannunsphasen je 30 Sek.
  • Stufe 3
    • 12 Arbeitsphasen je 60 Sek.
    • 12 Entspannungsphasen je 30 Sek.
  • Stufe 4
    • 12 Arbeitsphasen je 90 Sek.
    • 12 Entspannungsphasen je 30 Sek.
  • Stufe 5
    • 14 Arbeitsphasen je 90 Sek.
    • 14 Entspannungsphasen je 30 Sek.
  • Stufe 6
    • 16 Arbeitsphasen je 60 Sek.
    • 16 Entspannungsphasen je 30 Sek.
  • Stufe 7
    • 16 Arbeitsphasen je 90 Sek.
    • 16 Entspannungsphasen je 30 Sek.

Bestmögliche Wirkung erzielt man bei regelmäßigem Training. Mindestens 1x, bestmöglich 2x bis 3x die Woche kann man Equikinetic® trainieren. An dem Tag nach der Equikinetic® wird das Pferd nur leicht oder gar nicht trainiert. Die Muskeln brauchen Zeit, um gestärkt und aufgebaut zu werden.

 

Die Wirkung des Equikinetic®-Trainings

Folgende Kompetenzen und Fähigkeiten werden durch Equikinetic geschult:

  • Gleichgewicht und Koordination
  • Körpergefühl
  • Kraft und Stärke
  • Muskelaufbau
  • Geschmeidigkeit
  • Durchlässigkeit
  • Taktgefühl
  • Losgelassenheit
  • Geraderichtung
  • Stellung und Biegung
  • Konzentrationsfähigkeit

Equikinetic® beschäftigt Körper und Geist. Es ist damit sowohl Bodybuilding als auch Gehirn-Jogging und bietet den Tieren zum alltäglichen Training eine gute Abwechslung.

 

Weniger ist mehr!

Bei der Equikinetic® geht es weniger darum, das Pferd zum schwitzen zu bringen. Am Ende der Equikinetic®-Einheit kann ein geschultes Auge den gleichmäßig verteilten Dampf über dem Pferdekörper beobachten. Das Pferd schwitzt an Brust, Hals und Co nicht. Es beansprucht vielmehr seine Tiefenmuskulatur, weshalb es gleichmäßig warm und beansprucht ist. Diese Arbeit trägt wesentlich mehr zum Muskelaufbau bei, als „stundenlanges“ longieren.

 

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