Herbstzeitlose – Colchicum autumnale
Grad der Giftigkeit
++++ sehr stark giftig
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Sorte
Giftpflanze
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Weitere Namen bzw. Arten der Pflanze
- Giftkrokus
- Butterwecken
- Giftblume
- Hahnenklöten
- Henne, Hennegift
- Herbstblume, Herbstlilie, Herbstvergessene
- Hundshode(n), Hundsknofel
- Käsestäuber
- Kokokköl
- Kuckucksweck
- Kuhditzen, Kuheuter
- Läuseblume
- Leichenblume
- Michelsblume, Michelwurz
- Ochsenpinsel
- Spindelblume
- Spinnblume
- Wiesenlilie
- Wiesensafran, Wildsafran
- Wilde Zwiebel
- Winterhaube, Winterhauch
- Zeitlose
Verbreitung
- Europa
Vorkommen
- auf feuchten Wiesen und Weiden
- kultiviert in Gärten und Parks
Giftige Teile der Pflanze
- die ganze Pflanze ist giftig
- besonders giftig sind die Zwiebel und der Samen
- die grünen Blätter sind auch im Heu jahrelang weiterhin giftig
Grad der Giftigkeit
- sehr stark giftig
Dosis
- tödliche Dosis liegt schon bei 50g des frischen Krautes
Giftstoff
- Colchicin
Vergiftungserscheinungen
- Nahrungsverweigerung
- Speichelfluss
- Schweißausbrüche
- Koliken
- blutiger Durchfall
- Kreislaufstörungen
- Lähmungen
Behandlung
Tierarzt sofort kontaktieren!
Hinweise
Die Herbstzeitlose kann leicht mit Bärlauch verwechselt werden, da sich die Blätter ähnlich sehen.
Vergiftung kann im Sommer auftreten, wenn die Tiere die Pflanze mit den Samenkapseln fressen und im Herbst durch die Blüten.
Der Tod tritt bei entsprechend starker Vergiftung nach 1 – 3 Tagen durch Atemlähmung ein.
Ein wichtiger Hinweis von Manfred Huber: Wenn man glaubt, das die Herbstzeitlose nicht ins Heu gelangen kann, dann irrt man. Denn im April beginnt die Laub- und Fruchtbildung der Pflanze. Die Fotos stammen von einer Wiese, auf der Heu gemacht wird. Die Problematik der Samenkapseln und Blätter ist bei vielen in Vergessenheit geraten. Da die trockenen Pflanzen nicht bitter schmecken, können die Tiere das getrocknete Kraut im Heu nicht auslesen. Durch die stark vom Standort abhängige Konzentration der ca. 20 verschiedenen Alkaloide, fallen Vergiftungen sehr unterschiedlich aus. Heu, das schädliche Stoffe wie z.B. Giftpflanzen enthält, darf nach § 17 LFGB (Lebensmittel- u. Futtermittelgesetzbuch) weder an die eigenen Tiere verfüttert, noch darf es verkauft werden. Verstöße können mit Geldstrafen, in schweren Fällen auch mit Haftstrafen geahndet werden. Damit kann ggf. auch Schadensersatz für z.B. entstandene Tierarztkosten eingefordert werden.
Wie bekämpft man die Herbstzeitlose?
Ein wichtiger Hinweis von Verena Schulz: „Entweder man darf auf seiner Wiese spritzen und macht die Pflanze damit unschädlich oder, wenn man nicht spritzen darf oder will muss man sie per Hand abschneiden und einsammeln. Das sollte man tun, wenn die Pflanze etwas gewachsen ist aber bevor sie blüht natürlich. Die Herbstzeitlose zieht ihre Energie zum Austreiben aus eine Wurzelnknolle/Zwiebel. Lässt man sie halbwegs austreiben bis etwa zur Bildung der unreifen Samenkapsel und schneidet sie dann ab, hat die Pflanze meist keine Energie mehr übrig um das ein zweites mal zu tun. Zusätzlich kann man Essigessenz in den Blatttrichter träufeln. Diesen Prozess von Hand muss man allerdings 2-3 Jahre in Folge durchführen um möglichst alle Pflanzen zu erwischen bzw. zu verhindern, dass evtl. doch noch vorhandene Samen, des Vorjahres, wieder austreiben und das ganze Spiel von vorne beginnt.“