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Prachtvolle Mähne und schöner Schweif

Lange Mähne und toller Schweif bei Pferden

Pferde sind prachtvolle und imposante Tiere. Ihr Auftreten wirkt besonders elegant und spektakulär, wenn sie ihr wallendes Haar schütteln und mit wähender Mähne über die Wiesen galoppieren. Viele Pferdebesitzer-, Züchter -und Liebhaber legen besonders viel Wert auf gepflegtes Mähne- und Schweifhaar. Es sollte lang, prachvoll, dicht, gepflegt und ohne Brüche sein. Doch hinter einer beeindruckenden Haarpracht steht deutlich mehr als nur kämmen, einflechten und Spitzen schneiden.

 

Welche Funktionen erfüllen Mähne und Schweif?

Die Mähne und der Schweif entwickelten sich im Laufe der Evolution des Pferdes nicht zum Zweck, schön auszusehen, sondern um den Tieren in freier Wildbahn sinnvoll zu nutzen.

Die Mähne schützt das Pferd optimal vor Regen und Schnee. Die Regentropfen perlen auf der Oberfläche der Mähnenhaare ab, sodass lediglich die obere Schicht des Haars nass ist. Darunter ist das Fell auf dem Mähnenkamm warm und trocken. Das Gleiche gilt für Schnee. Bei ergiebigen Schneeschauern sammelt sich der Schnee auf der Oberfläche der Mähne. Entweder taut der Schnee und perlt in Form von Regentropfen ab, oder es bildet sich eine Schicht aus Schnee und Eis auf den obenliegenden Mähnenhaaren. Die darunterliegende Haut wird vor Kälte und Nässe geschützt.

Die Mähne ist gleichzeitig auch ein guter Fliegen- und Insektenschutz. Indem die Tiere ihre Mähne und ihren Schopf schütteln, halten sie die lästigen Insekten von sich fern.

Der Schweif und dessen Haare sind an der Schweifrübe befestigt. Diese ist der letzte, verlängerte Teil der Wirbelsäule und besteht rasse- und größenabhängig aus 15 bis 21 Wirbeln. Der komplette Schweif an sich erfüllt die Aufgabe als Balanceträger. Die Schweifhaare schützen den Intimbereich vor Kälte, Nässe und Schmutz. Im Sommer halten sich die Tiere auch mit dem Schweif lästige Insekten vom Leib, indem sie mit dem Schweif wedeln oder schlagen. Besonders die Qualität der Schweifhaare können Indikator für die Pferdegesundheit sein. Brüchiges, stumpfes und aufgescheuertes Haar kann auf verschiedene Probleme hindeuten. So unter anderem auch:

  • diverse Hautpilze
  • Sommerekzem
  • Parasitenbefall
  • Milben und Co.
  • Stoffwechselprobleme
  • genetisch bedingte Hauterkrankungen
  • Nährstoffmangel
  • mangelnde Pflege

 

Tolle, prachtvolle Mähne ist genetisch veranlagt

Rassespezifisch gibt es unterschiedliche Mähnen und Schweiftypen. Ponys wie Isländer, Shetlandponys und Welsh Ponys haben eine buschige, voluminöse, meist mittellange Mähne. Kleine Dreckbatzen und Heukrümel bleiben sehr gerne darin hängen, da sie oft kreuseliges Haar haben. Haflinger, Friesen, Andalusier und Lippizaner haben hingegen eine prachtvolle, voluminöse, lange Mähne. Mit dichtem Haar und zarten Lockenwellen beeindruchen sie jeden Pferdeliebhaber. Fjordpferde haben fast ausschließlich eine zweifarbige Stehmähne. Selbst wenn man sie langwachsen lassen würde, würde sie nicht annähernd so toll aussehen wie die Mähne von Friesen. Die größten Exoten sind aber wohl doch die Curly Horses mit ihrer auffälligen lockigen Mähne-, Schweif- und Fellstruktur.

Entsprechend der Abstammung und Zuchtlinie variiert die Struktur der Mähnen- und Schweifhaare. Zur Erhaltung der rassetypischen Merkmale wird nur mit „optimalen“ Vertretern der jeweiligen Rasse gezüchtet.

 

Das richtige Equipment ist entscheidend!

Für das perfekte Styling und die richtige Pflege ist das passende Equipment das A & O. Schweif- und Mähnenspray machen das Haar schön geschmeidig, löst eventuelle Fitz-Knötchen und sorgt dafür, dass das Langhaar leichter und optimaler zu bürsten geht. Bei Pferden, die von Grund auf für lange Mähne prädistiniert sind, können die Besitzer auch auf billigere, handelsübliche Drogerieprodukte zurückgreifen, denn Mähnen- und Schweifsray sind nicht immer die billigsten Pflegeprodukte. Optional kann ein selbst angerührter Birkenwasser-Conditioner-Mix verwendet werden.

Mähnenkämme mit Metallborsten oder harten Zacken sollten viel mehr bei Pferden mit einer kurzen Sportmähne verwendet werden. Sie sind zur Pflege von Langhaar weniger geeignet und reißen vielmehr die Haare aus, als sie zu pflegen. Eine weiche Bürste mit beweglichen Noppen oder zarten Borsten eignet sich besser zum pflegen von Langhaar. Grundsätzlich wird nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich das Mähnen- und Schweifhaar gebürstet. Auch Zopfgummis zum einflechten gehören zur Ausstattung.

 

Die tägliche Routine

Dreck, Staub, Schlamm und Einstreu in der Mähne sorgen für fettige, griffige Haarstruktur. Die Haare neigen dazu, abzubrechen – der Horror eines jeden Pferdebesitzers. Deshalb ist die nötige Pflegeroutine von großer Bedeutung.

In den Sommermonaten bietet es sich an, die Mähne und den Schweif in regelmäßigen Abständen zu waschen. Vorsicht ist beim Waschen mit Shampoos und Conditionern geboten, denn bei zu intensiver und häufiger Anwendung kann die Hautbarriere geschädigt werden. Infektionen und Bakterien können leichter eindringen und die Tiere neigen vermehr zu Juckreitz, Ekzem und anderen Hauterkrankungen. Optional kann grober Dreck auch mit klarem Wasser entfernt werden. Das nasse Haar wird anschließend mit Mähnen- und Schweifspray besprüht. Stränenweise wird das Haar sachte von unten nach oben gekämmt. Kleine Knötchen werden mit der Hand entfitzt. Ist die Mähne getrocknet, kann sie gegebenenfalls eingeflochten werden.

Auch sonst benötigt die Mähne und der Schweif regelmäßige Pflege. Mehrmals in der Woche sollten Fitze, kleine Knötchen und Dreck entfert werden, gegebenenfalls nachdem die Haare mit den entsprechenden Pfelgesprays gesprüht wurden. Für den Schweif ist es am schonensten, wenn die Haare mit der Hand verlesen werden. Dabei werden einzelnen kleine Haarstähnen mit der Hand entfitzt. Das ist in der Regel sehr zeitaufwändig. Dafür werden aber auch weniger Haare ausgerissen.

Standen die Lieblinge im Regen oder Schnee und haben entweder eine durchnässte oder mit Schnee und Eis übersehene Mähne, ist es nicht vorteilshaft, die Haare zu kämmen. Mit der Bürste bleibt man viel zu oft in den Strähnen hängen. Kleine Eisbrocken und Schnee lassen sich nur sehr schwer herauskämmen. In diesem Fällen, muss das Haar erst trocken, damit es wieder gestylt werden kann.

 

Nährstoffe und Spurenelemente – Wahre Schönheit kommt von Innen

Für eine optimale Haut-, Haar- und Hufgesundheit ist ein ausgewogenes Verhältnis von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen erforderlich. Fehlen wichtige Spurenelemente, kann darunter die Qualität der Hufe leiden, das Fell wird stumpf und das Haarkleid wird glanzlos und brüchig. Im Bezug auf das Fell- und Haarkleid sind folgende Spurenelemente besonders wichtig:

  • Zink hat einen direkten Einfluss auf die Horn- und Haarqualität der Tiere. Zinkmangel verursacht schuppige Haut und glanzlose, brüchige und spröde Mähne und Schweif. Hufe bekommen schneller Risse und Wunden heilen schlechter. Ein Zinkmangel kann durch Zufüttern entsprechender Futtermittel ausgeglichen werden. Dabei liegt Zink in organisch gebundener Form als Chelat oder Citrat vor. So kann es vom Pferdekörper aufgenommen und verstoffwechselt werden.
  • Silicium ist Bestandteil von Haut, Haar, Horn und Bindegewebe. Es sorgt für die nötige Elastizität und begünstigt die Aufnahme und Speicherung von Wasser in Haare, Haut und Horn. Ein Siliciummangel kann durch das Zufüttern von Kieselsäure ausgeglichen werden. Besonders die Anwendung von Kieselgur unterstützt das Pferd im Fellwechsel und sorgt für eine strapazierfähige Horn- und Hufqualität.
  • B-Vitamine sind in der Regel in ausreichender Menge im alltäglichen Futter der Pferde vorhanden. Durch besondere Umstände wie Stress, Krankheit, Futterumstellung und Störungen der Darmflora können die B-Vitamine in Mangelerscheinung treten. Sie tragen zur Zellerneuerung und deren Schutz bei. Die Hautbarriere kann brüchig werden, ebenso auch die Hufe.
  • Biotin ist an der Bildung von Keratin, ein wichtiger Bestandteil des Haarkleides, beteiligt. Es sorgt für die nötige Stabilität und Strapazierfähigkeit der Haare, aber auch der Hornqualität. Ein Mangel an Biotin äußert sich in Form von Haarausfall, schlechtem Haar- und Hufwachstum und allgemein schlechter Haar- und Hufqualität. Spezielle Bitonprodukte können bei Biotinmangel zugefüttert werden. Dazu zählt unter anderem Biotin als Serum und Bierhefe.

 

Waschen und Schneiden

In den Sommermonaten kann verdrecktes Mähnen- und Schweifhaar optional auch gewaschen werden. Die Haare werden zunächst nass gemacht. Anschließend wird ein hautschonendes Shampoo einmassiert und danach sachte ausgespült. Es dürfen keine Rückstände des Shampoos im Haar zurückbleiben, da es sonst juckt. Sind die Haare nur leicht schmutzig, reicht auch das Ausspülen mit klarem Wasser oder das Entfitzen und reinigen mit dem Kamm oder der Hand.

Das Waschen der Mähnen- und Schweifhaare und des Fells darf nicht zur täglichen Routine werden. Werden die Haare zu oft gewaschen, verlieren sie ihre Funktion als Wasserabweiser. Die Hautbarriere wird unnatürlich sauber gereinigt. Jedoch wird eine geringfügige Schmutzschicht auf der Haut benötigt, um den natürlichen Schutz vor Infektionen und Co zu gewährleisten.

Mähne schneiden?

Bei Sport- und rassetypischen Pferden werden die Mähnenhaare entsprechend kurz geschnitten. Spring- und Dressurpferde haben meistens eine stylische Kurzhaarfriesur. Fjordpferde hingegen sieht man fast ausschließlich nur mit Stehmähne. Auch Diese wird geschnitten, aber entsprechend der rassetypischen Merkmale. An sich sollte die Mähne im besten Fall nicht geschnitten werden, da sie zur Fliegen- und Insektenabwehr im Sommer von großer Bedeutung ist. Ebenso schützt sie vor ergiebigen Regengüssen und Schneefällen.

Schweif schneiden?

Der Schweif hingegen sollte nicht auf dem Boden schleifen. Es besteht bei zu langem Schweif die Gefahr, dass die Pferde sich selber auf den Schweif treten und ganze Haarbüschel ausreißen. Bei einer Länge bis zu den Fesseln bestehen diesbezüglich keinerlei Risiken. Außerdem darf das Deckhaar des Schweifes, welches direkt auf der Oberseite der Schweifrübe liegt, nicht geschnitten werden, auch wenn die Haare etwas kürzer sind und auf Turnieren optisch nicht ansprechend wirken. Diese Haare schützen den empfindlichen Intimbereich vor äußeren Einflüssen wie Wind, Regen und Schmutz.

 

Einflechten oder offen lassen

Nicht nur auf Turnieren, sondern auch im Alltag sind Zöpfchen ein beliebtes „Must-Have“ unter den Pferdebesitzern- und Liebhabern. Stundenlang verbringen Besitzer ihre Zeit damit, ihren Lieblingen tolle Frisuren und schicke Zöpfchen zu verpassen. Doch was steckt wirklich hinter den heiß begehrten Zöpfchen?

 

Argumente für das Einflechten

  • Zöpfe und andere Frisuren sehen sehr schick aus.
  • Die Zöpfe müssen nicht jeden Tag geöffnet werden. Dadurch muss die Mähne nicht jeden Tag gekämmt und gepflegt werden.
  • Die Haare werden nicht so schnell dreckig, nur auf der Oberseite der Zöpfe.
  • Im Sommer schwitzer Pferde mit dicker, wallender Mähne sehr schnell unter den langen Haaren. Zöpfe bringen diesbezüglich Erleichterung.
  • Die Mähnenhaare verfitzen nicht so schnell.
  • Kleine Knötchen, Kletten und Dreckbatzen können nicht aus der Haarpracht herausgerissen werden.
  • Trägt das Pferd im Sommer eine Fliegendecke oder ähnliche Decken mit Halsteil, bietet es sich an, bei Pferden mit langer Mähne, die Haare einzuflechten, damit sie nicht am Klettverschluss oder anderen Schnallen hängen bleiben.

 

Argumente gegen das Einflechten

  • Das Einflechten ist sehr aufwendig und zeitintensiv.
  • In der Regel sollten viele kleine Zöpfe anstelle von wenigen, großen Zöpfen geflochten werden. Das verringer die Spannung der Zöpfe am Mähnenkamm.
  • Bleiben die Tiere mit den Zöpfen irgendwo hängen, können sie sich größere Haarbüschel herausreißen. Gegebenenfalls beleiben sie mit dem gesamten Zopf hängen und reißen ihn sich komplett heraus. Das Verletzungsrisiko steigt.
  • Nach dem Wälzen oder auch, wenn die Tiere nass sind, schütteln sie sich gerne. Dabei peitschen die Zöpfe unangenehm umher.
  • Der Schutz vor Fliegen und anderen lässtigen Insekten ist mit Zöpfen nicht optimal gegeben. Sie schütteln lediglich mit ihren Zöpfen umher. Flächenmäßig betrachtet gewährt eine offene Mähne besseren Schutz vor den kleinen lässtigen Tierchen.
  • Die Haare können durch das „Zöpfeln“ schneller abbrechen.

 

Mähne und Schweif wachsen sehr langsam. Eine gründliche Pflege und ein sorgsamer Umgang mit den langen Haaren ist unumgänglich!

 

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