Holzrückepferde – Vierbeinige „Waldarbeiter“ für nachhaltige Forstwirtschaft

Holzrückepferde trifft man zum Glück wieder häufiger an. Sie ziehen, man nennt das „rücken“, in den unwegsamen Wäldern die gefällten Holzstämme bis hin zum nächst befahrbaren Weg. Dort werden die Stämme auf Lastwagen und Hänger verladen.

Schwere Forstmaschinen verdichten und zerstören die Waldböden immer mehr. Mit dem Einsatz von Rückepferden kehrt man wieder mehr zu einer naturnahen Forstwirtschaft zurück und belastet den Boden nicht so stark.

Früher wurden Rückepferde durch den Einsatz schwerer Maschinen, wie Traktoren und Harvester ersetzt. Heutzutage wächst die Besinnung auf den Erhalt unserer wunderbaren Natur immer mehr und man besinnt sich wieder für eine nachhaltige Waldwirtschaft auf die vierbeinigen „Waldarbeiter“, die kaum Schäden im Wald hinterlassen. Außerdem bringt der Einsatz der Pferde in unwegsamen, steilen oder engem Gelände Vorteile. Die Natur kann erhalten werden, wo sonst  Rückegassen für die großen Fahrzeuge geschlagen werden müssen.

An Rückepferde werden einige Anforderungen gestellt. Es kommen Pferde der Kaltblut Rassen zum Einsatz, die eher gedrungen und mittelschwer sind. Denn bei hoher Zugkraft benötigen Rückepferde eine gute Wendigkeit. Ruhig und unerschrocken müssen sie sein, denn wegrollende oder rutschende Stämme, wegbrechende Äste, knisterndes Dickicht, raschelndes Laub und die lauten Geräusche von Kettensägen und Traktoren gehören zum Alltag und dürfen nicht durch in Panik geratene Pferde zur Gefahr werden.

Trittsicher müssen diese Pferde sein, um durch unwegsames oder rutschigem Gelände mit Steinen, Baumstümpfen, Wurzeln, Mulden und Geäst zu kommen. Gute Zugwilligkeit und Zugfestigkeit zeichnen Rückepferde aus.

Sie benötigen neben den charakterlichen und körperlichen Eigenschaften eine gute Erziehung. Um Gefahren größtmöglich auszuschließen und ein Team zu werden, wo das Pferd nur auf Stimmkommando stehen bleibt, wendet, abbiegt und sich um Hindernisse schlängelt, benötigt es eine solide mehrjährige Ausbildung von Pferd und Mensch.

Holzrücken mit einem Pferd im Wald hört sich nach Natur und Romantik an, ist aber schwere körperliche Arbeit für Mensch und Tier. Rückpferde ziehen hinter sich durch den Wald bis zu einem Festmeter Holz mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne. Für die Gesundheit der Pferde sollte auf Dauer ein Pferd beim einspännigen Zug nicht mehr als 20 Prozent seines eigenen Körpergewichts ziehen. Bei einem 800 kg schweren Pferd bedeutet das dauerhaft nicht mehr als 200 kg.

Wer die Holzrückepferde in Aktion erleben möchte, kann das auf Holzrücke-Wettbewerben und Meisterschaften „Holzrücken um die Wette“ jedes Jahr mehrmals anschauen.

Einige typische Rückepferderassen:

  • Rheinisch-Deutsche Kaltblut
  • Schwarzwälder Kaltblut
  • Schleswiger Kaltblut
  • Pfalz-Ardenner Kaltblut
  • Noriker

 

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Antje Müller

Ich bin Antje Müller, Ihr zertifizierter HORSE ASSISTED COACH. … Coach aus Leidenschaft und Expertin für wirksame und nachhaltige PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG. Mein außergewöhnliches Coachi...

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