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Hyalomma-Zecke macht Jagt auf Pferde !

Hyalomma-Zecke

Hyalomma-Zecken – die besonders gefährliche tropische Jagdzecke

Eine gefährliche Jagd-Zeckenart wird bzw. wurde nach bisherigem Kenntnisstand durch Zugvögel aus Afrika und dem Balkan eingeschleppt. Die Zecken können bis zu 4 Wochen auf ihrem Wirt verbleiben. Normalerweise kommt die Zecke in den Trocken- und Halbtrockengebieten mit geringer Luftfeuchtigkeit Afrikas und Asiens vor und würden die kalten Winter in Deutschland nicht überleben. Forscher führen das Vorkommen der Zecken in Deutschland im vergangenen Jahr auf den besonders heißen und trockenen Sommer zurück. Besonders viel ist zu diesen Jagdzecken zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Nur soviel weiß man schon – die Zecken können verschiedene Krankheitsviren übertragen. Wir stellen dir Zusammenarbeit mit der Uni Hohenheim ein Gratis-Zeckenset zur Verfügung. Wer eine solche Zecke oder eine andere „ungewöhnliche“ Zecke findet, kann diese an die Uni schicken und so den Forschern dort Material liefern, damit sie diese Zecken näher erforschen können.

 

Was wissen die Forscher bereits?

Die Forscher können die Zecke nicht so leicht wie unsere heimischen Zecken bzw. Holzböcke sammeln, da sie ihre „Opfer“ mit ziemlicher Geschwindigkeit verfolgt. Daher ist bisher recht wenig über diese neue tropische Zecke bekannt. Folgende Infos gibt es bereits:

  • Die Hyalomma-Zecke ist 3x so groß wie die bei uns beheimatete Zecke –> ca. 2 cm im nicht vollgesaugten Zustand.
  • Die Tiere sind meist auf 2 Wirten – manche sogar auf 3 unterschiedlichen Wirten.
  • Besonders auffällig sind die braun-gelb gestreiften Beine des Tieres.
  • Auf dem „Schild“ der Zecke sind keine Ornamente.
  • Die Zecke hat lange paarweise angeordnete Mundwerkzeuge.
  • Sie ist besonders aktiv und läuft ihren Wirt gezielt an bzw. nach –> sie macht Jagd auf große Warmblüter.
  • Sie ist KEIN Überträger von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose (Borrelia burgdorferi).
  • Sie überträgt eine Vielzahl an Viren, unter anderem solche, die das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber und das Fleckfieber (Rickettsien) auslösen
  • Hilf jetzt mit und hole dir ein Gratis-Zeckenset

 

 

Welche Lebewesen fallen in das Beuteschema der Zecke?

Die Zecken bevorzugen große Wirtstiere (Warmblüter) wie Pferde, Rinder und Hunde. Auch der Mensch gehört zum Beuteschema dieser Jagdzecke. Das „Opfer“ der Zecke wird aus einer Entfernung bis zu 10 Metern mit Augen und chemischen Sinnen wahrgenommen. Hat die Zecke erstmal einen Wirt ausgemacht, verfogt sie ihn über mehrere hundert Meter. Und da sie sehr schnell unterwegs ist, ist ihre Jagd meistens von Erfolgt gekrönt.

 

Wurden bereits Zecken in Deutschland gefunden?

Ja – es wurden schon vereinzelte Zecken in Deutschland gefunden. 2015 wurde ein Exemplar erstmals saugend an einem Pferd gefunden. 2018 wurden wurden 7 Exemplare gefunden, wobei eine Zecke mit Rickettsia-Bakterien infiziert war, welche das Zecken-Fleckenfieber auslösen. Überreste einer Hyalomma-Zecke wurden von einer Finderin im Raum Bielefeld zu Forschungszwecken eingesandt. Ende 2018 wurde die Zecke auch in Schleswig-Holstein gefunden.

 

Die Uni Hohenheim bittet um deine Mithilfe!

Du hast eine lebende Zecke gefunden?

Wenn du eine auffällige lebende Zecke an dir, deinem Pferd oder deinem Hund entdeckst, dann gehe wie folgt vor:

  • Mache ein Handyfoto oder überhaupt ein Foto.
  • Entferne die Zecke und stecke sie in ein luftdicht verschließbares Röhrchen – gebe ein bis zwei frische Grashalme mit ins Röhrchen.
  • Notiere die Geodaten (Fundort, Datum).
  • Notiere das Wirtstier (Mensch, Pferd, Rind oder Hund).
  • Sende das Röhrchen mit der Zecke und den Angaben an die Uni Hohenheim.

Das Gras im Röhrchen versorgt die Zecke mit Feuchtigkeit und verhindert so das Vertrocknen der Zecke während des Transportes.

 

Du hast eine tote Zecke oder Zeckenteile gefunden?

Wenn du eine tote Zecke findest, dann gehe wie folgt vor:

  • Mache ein Handyfoto oder überhaupt ein Foto.
  • Schlage die Zecke zuerst in Papier ein. Danach zusätzlich noch in Luftpolsterfolie, die du mit Tesafim zuklebst.
  • Notiere die Geodaten (Fundort, Datum).
  • Sende die tote Zecke mit den Angaben an die Uni Hohenheim.
  • Beachte, das die Zecke KEINEN direkten Kontakt zu Klebefilm oder anderen Klebern haben darf, denn das würde den Forschern die Arbeit erschweren.

 

Kontaktdaten zur Uni Hohenheim

Die Adresse, an die du dich im Falle eines Zeckenfundes wenden kannst ist die Uni in Hohenheim.

Prof. Dr. Ute Mackenstedt
Fachgebiet für Parasitologie
Universität Hohenheim
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart

Per Email kannst du auch die Zecken-Forscher erreichen: tropenzecken@uni-hohenheim.de

 

Danke für deine Hilfe und dein Mitwirken!!

 

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