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Sind Eicheln für Pferde giftig?

Sind Eicheln für Pferde giftig? Eicheln in der Pferdefütterung.

Herbstzeit ist Eichelzeit. Da stellt sich die Frage: Sind Eicheln für Pferde giftig?

Wie immer gilt auch bei den Eicheln (Eichenlaub und Eichenrinde): In Maßen schaden sie den Pferden nicht. In den Eicheln ist der pflanzliche Gerbstoff Tannin enthalten. Leber und Niere können durch zuviele Eicheln und damit durch eine zu große Menge Tannin belastet werden. Die Aufnahme von Eiweißen aus der Nahrung wird verhindert – die empfindliche Verdauung gerät durcheinander und es kann zu kolikartigen Symptomen kommen. In geringen Mengen kann die Gerbsäure dazu beitragen, das die Schleimhäute geschütz und erneuert werden.

Frische grüne Eicheln enthalten mehr Tannin als ältere, getrocknete und braune Eicheln.

Warum fressen Pferde Eicheln?

Da Eicheln einen bitteren Eigengeschmack haben, werden sie in der Regel von den Pferden nicht gefressen. Tatsächlich mögen einige Pferde die bitter schmeckenden Eicheln aber gerne.

Im Frühling sprießen die jungen „weichen“ Gräser. Die harten bitteren Gräser, Kräuter und die Doldengewächse, die die Weide mit verdauungsfördernden Stoffen bereichern und damit für eine ausgewogene Ernährung sorgen, fehlen noch. Wenn also die Pferde die Möglichkeit haben, an Eichenlaub und Eicheln zu kommen, dann fressen sie diese. Sie kompensieren damit die Defizite und fördern die Verdauung von eiweiß- und zuckereichem Futter.

Im Herbst wird vom Gras vermehrt Fruktan produziert. Die Pferde können von diesem besonders fruktanhaltigen Gras gesundheitliche Schäden (z. Bsp. Rehe) erleiden. Zum Ausgleich fressen die Pferde Eicheln, Eichenblätter und sogar die Rinde der Eichenbäume.

Ein Pferd will sich instinktiv vor einem Reheschub mit dem Fressen von Eicheln, Eichenlaub und Eichenrinde schützen. Die Ursache für den Reheschub liegt im Eiweiß- und Fruktanüberschuss oder wird durch eine besonders starke Belastung mit Pilzgiften (Pilztoxinen) in schlechtem (schimmligen) Heu oder Endophyten in Gräsern hervorgerufen.

Für ein hungriges Pferd auf einer kahl gefressenen Weide kann es, wenn es sich an grünen Eicheln satt frist gesundheitlich gefährlich werden!

Wieviele Eicheln sind unbedenklich?

Wie man so oft hört – die Dosis macht das Gift. Mehr als eine handvoll grüne Eicheln sollte das Pferd pro Tag nicht fressen.

Wie kann man verhindern das Pferde zuviele Eicheln fressen?

Im Frühjahr und im Herbst, wenn noch nicht oder nicht mehr ausreichend Gras (Nahrung) auf der Weide wächst, kann man durch ein gutes Weidemanagement und ausreichende Zufütterung von Raufutter (Heu) auf der Weide eine Überfütterung mit Eicheln verhindern. Solange die Pferde ausreichend Futter zur Verfügung haben, werden sie sich nicht mit Eicheln überfressen. Es ist darauf zu achten, dass auch rangniedrige Tiere einen guten Zugang zu den Futterquellen haben. Sollten Pferde auf einer Weide nur Eicheln als Futterquelle haben, dann werden sie diese auch in Massen fressen, was gefährlich für ihre Gesundheit werden kann. Es gibt sogenannte Eicheljahre… Das sind Jahre wo es besonders viele Eicheln gibt… In solchen Jahren sollte die Weide händig von den Unmengen Eicheln befreit werden. Alternativ können die „Eichelstellen“ auf der Weide abgesperrt werden.

Was ist zu tun, wenn das Pferd zuviele Eicheln gefressen hat?

Hat ein Pferd zuviele Eicheln gefressen, dann sollte es die nächsten Stunden auf kolikartige Symptome beobachtet werden. Weitere Symptome einer Vergiftung mit Eicheln sind:

  • Fressunlust und Appetitlosigkeit (Anorexie)
  • apathisches Verhalten
  • Schwäche
  • Verstopfung
  • blutiger Durchfall und blutiger Urin

Durch die Leberschädigung kann es zu Gelbsucht und einer Gelfbärung der Schleimhäute kommen. Auch Nierenversagen ist möglich. Schwere Vergiftungen durch Eicheln sind sehr selten und meist nicht mehr therapiebar. Sollte ein Pferd überleben, dann sind mit bleibenden Leberschäden zu rechnen. Treten die oben genannten Symptome auf, rufe sofort den Tierarzt!

 

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