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Balance Pads, Faszienroller und Co – Eine abwechslungsreiche Wohltat für Pferde

Balancepad für die Gesundheit der Pferde

In sozialen Netzwerken kursieren immer mehr Bilder von verschiedenfarbigen Schaumstoffpads und nudelholzähnlichen Rollern umher. Diese sogenannten Balance Pads und Faszienroller scheinen immer mehr ins Rampenlicht unserer Pferdegesellschaft zu rücken. Damit gehören sie schon fast zum Grundequipment und sind ein absolutes Muss in jedem Reitstall. Doch was steckt wirklich dahinter? Sind sie wirklich so toll, wie es Blogger, Facebooker, Instagramer und Co suggerieren?

 

Die Schaumstoffinovation – Balance Pads

Was sind Balance Pads und wie funktionieren Sie?

Im Grunde sind Balance Pads runde, ovale, rechteckige oder quadratische Pads, gefertigt aus festen Schaumstoff. Es gibt sie in allen Farben, Größen und Stärken. Wir Menschen nutzen sie in der Humanmedizin, um die Stabilität von Sprung- und Kniegelenken zu schulen. Bei Pferden erzielen sie einen ähnlichen Effekt. Der schwammige Untergrund, der den Pferden durch Balance Pads geboten wird, aktiviert die körpereigene Wahrnehmung des Pferdes. In allen Gelenken, Bändern, Sehnen und Muskeln befinden sich sensorische Nervenzellen, die aktiviert werden, wenn beispielsweise infolge eines instabilen Untergrunds Druckpunkte angesprochen werden oder Zug- und Dehnungskräfte auf die einzelnen Bereiche des Körpers einwirken. Die Nervenzellen leiten den aktuellen Ist-Zustand von Muskelpartien, Sehnenabschnitten und einzelnen Gelenken an das Gehirn zur Verarbeitung weiter. Die meisten sensorischen Nervenzellen liegen in der Tiefenmuskulatur. Deshalb wird genau diese Muskulatur besonders stark mit der Arbeit mit Balance Pads gefördert. Das Pferd muss sich ständig neu ausbalancieren. Rücken- und Bauchmuskulatur beginnen zu arbeiten. Infolgedessen wird die gesamte Muskulatur um den Rumpf gestärkt. Da die Rückenmuskulatur direkt beansprucht wird, werden mittels der Pads dort sehr gut Verspannungen und Blockaden gelöst. Das Pferd lernt außerdem, seinen Körper besser wahrzunehmen und ausgewählte Muskelpartien gezielter einzusetzen. Stellt man das Pferd nur mit den Vorderbeinen auf die Pads, schult man die körpereigene Wahrnehmung der Vorhand. Stellt man die Hinterbeine auf die Pads, dann wird natürlich die Hinterhand beansprucht. Pferde, die noch nicht mit den Pads vertraut sind, werden anfangs nicht lange auf den Pads stehen bleiben, weil es ihnen an Gleichgewicht und Koordination feht. Sie wurden höchst wahrscheinlich noch nie derart intensiv mit einer solchen wackeligen Unterlage konfrontiert. Viele Pferde genießen die Arbeit mit den Pads und zeigen deutliche Anzeichen der Entspannung, wie z.B.: Gähnen, Kauen, Lecken.

 

Was ist noch wichtig, über die Pads zu wissen?

Man sollte sein Pferd bei der Arbeit mit Balance Pads aufmerksam beobachten. Wie verhält es ich während der Arbeit? Ist es angenehm oder unangenehm für das Pferd? Fällt es ihm schwer oder leicht? Man sollte sein Pferd nicht dazu zwingen, eine bestimmt Zeit darauf stehen zu bleiben. Anfangs werden sie nur sehr kurz drauf stehen bleiben, später zunehmend länger. Jedes Pferd sollte individuell und seinen Bedürfnissen entsprechen betrachtet und nicht mit anderen Pferde verglichen werden. Balance Pads dienen der Enspannung und Verbesserung motorischer Bewegungen, sowie der Lösung von Blockaden und Verspannungen. Es ist zudem nicht mit Tricktraining und Zirzensik gleich zustellen, denn es ist eine Form der Therapie für Körper und Geist und hat im enferntesten Sinne nichts mit Kunststückchen zu tun!

 

Sind Balance Pads für kranke Tiere sinnvoll?

Es ist Vorsicht bei akut und chronisch erkrankten Pferden geboten. Pferde, die an Arthrose leiden, frisch operiert wurden oder unter andern Entzündungsprozessen leiden, sollten nicht ohne das OK vom Tierarzt drauflos therapiert werden. Im schlimmsten Fall, trägt es nicht zur Genesung bei, sondern verschlechtert den Zustand des Tieres eher.

 

Alternative zum Balance Pad

Allternativ zu Balance Pads können auch schaumstoffähnliche Untergründe gewählt werden, wie z.B.: Schaumstoff-Matten, gepoltsterte Gymnastikmatten, Yoga-Matten und Ähnliches. Mit Luft gefüllte Poltster sollten keinesfalls dafür verwendet werden, da diese schnell platzen können und so ein Verletzungsrisiko darstellen. Sicherheit geht vor!

Auch verschieden beschaffene Untergründe fördern das Gleichgewicht und Koordinationsgefühl des Pferdes. Spaziergänge durch den Wald, durch Laub, über Äste und über unebenes Relief bieten sich dazu an.

 

Faszienrolle statt Nudelholz

Diese Nudelholzrolle soll meinem Pferd gut tun? Ja, genau – das tut sie! Die aus Erlenholz gefertigte Rolle gibt es meist in einem 3er-Set zu kaufen. Es besteht aus zwei geriffelten Rollen unterschiedlicher Stärke und einer Rolle mit glatter Oberfläche. Diese wird vorwiegened auf knöchernen Regionen mit wenig Muskulatur angewendet, wie z.B.: dem Kopf oder auch an den Beinen. Man kann mit dieser Rolle auch sehr gut die Region um den Widerrist erreichen.

Durch die Massage mit der Rolle, werden die Faszien (Bindehäute zwischen Haut und Muskulatur) gelockert. Sehr oft verkleben die Faszien, da Pferde sich nicht immer vorteilshaft bewegen und Verspannungen zusätzlich dafür sorgen, dass die Beweglichkeit einselner Muskelpartien abnimmt. Die Faszeinrolle lockert also nun die Faszien. Dadurch gelangt wieder vermehrt Luft in das Bindehautgewebe. Die Durchblutung wird gefördert. Die Beweglichkeit nimmt zu und damit verbunden nimmt die Leistungsfähigkeit des Tieres zu. Viele Pferden finden die Behandlung mit Faszeinrollen sehr entspannend und schließen die Augen, kauen oder beginnen zu dösen. Fängt das Pferd an, beim überrollern ausgewählter Regionen zu schnappen/ zu beißen, die Ohren anzulegen oder andere Abwehrreaktionen zu zeigen, so ist das ein Anzeichen dafür, dass das Pferd genau an diesen Stellen besonderst verspannt ist. Doet sollte man besonders sanft rollern, bis sich die Blockaden lösen. Die Intensität des Rollerns kann man wunderbar variieren, indem man stärker oder weniger stark dabei aufdrückt.

Andere Massagemöglichkeiten

Auch Igelbälle, Handschuhe mit kleinen Noppen daran, Massagestriegel, Moorstempel oder individuelle Massagen mit der Hand dienen der Verwöhnung unserer Vierbeiner. Jedes Pferd hat ein anderes körpereigenes Empfindne und ist mehr oder weniger stark sensibel. Dem angepasst sollte man einfach ausprobieren, welches Massagegerät am wohltuensten ist, jedoch stets unter der Beachtung des gesundheitlichen Zustandes des Tieres.

 

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