Herbstgrasmilben

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Es wird herbstlich, die Temperaturen fallen und die Tage werden kürzer. Es ist eine Zeit, in der die Herbstgrasmilben aktiv werden. So klein wie diese Insekten sind, so großen Schaden können sie mit den Pferden anrichten.

 

Die Herbstgrasmilbe – ein lästiger Parasit

Oft wird werden die Herbstgrasmilben (Trombicula autumnalis) auch nur Herbstmilben genannt. Es handelt sich hierbei um die zu den Spinnentieren zählenden Gliederfüßer. Die Larven sind nur winzige 0,3mm groß. Eine ausgewachsene Milbe wird bis zu 2mm groß. Sie sind orange bis rot gefärbt und werden vor allem im Spätsommer und im Herbst aktiv. Für sie sind Trockenheit und Sonne bei ca. 16°C ideale Witterungsverhältnisse. Die kleinen Tierchen bevorzugen niedrige Vegetation. Daher fühlen sie sich besonders auf Wiesen, in Waldrandnähe und neben Gewässern sehr wohl. Da sie sich in Bodennähe auf Grashalmen und Grünpflanzen aufhalten, sind vor allem Pferde betroffen, die auf der Weide stehen. Die Herbstgrasmilbe legt ihre Eier auf Grashalmen, Moosen oder im feuchten Erdboden ab. Sinkt die Temperatur unter 16°C schlüpfen die kleinen Larven. Sie klettern auf Grashalme und andere Gewächse und halten sich in einer Höhe von 5 bis 20 cm über der Erdoberfläche auf. Die kleinen rundlichen sechsbeinigen und blassgelb bis ziegelrot gefärbten Larven brauchen für ihre weitere Entwicklung einen Wirt. Ein Wirt kann für die Larven ((Neotrombicula autumnalis) ein Pferd, Hund, Katze, Nagetier oder auch der Mensch sein. Sie lauern ihm im Gras auf und wenn beispielsweise ein Pferd an ihnen vorbeiläuft, wechselt die Milbe schnell auf dessen Körper. Anschließend bohrt sie sich mit ihrem Mundwerkzeug einen Zugang in die obersten Schichten der Haut. Dabei sondert sie ein Speichelsekret ab, das ihr helfen soll, die unteren Hautschichten aufzulösen. Hat die Larve diesen Schritt geschafft, kann sie sich von dem aufgelösten Zellsaft und der Lymphe ernähren. Nach einigen Stunden ist sie satt und fällt vom Pferd ab. Am Boden entwickelt sie sich zu einer ausgewachsenen Herbstmilbe und kann ihre Eier legen.

Mit dem ersten Bodenfrost sind die Herbstgrasmilben verschwunden.

 

Symptome nach einem Milbenbefall, die beim Pferd auftreten können

Um einen Befall mit der Herbstgrasmilbe rechtzeitig zu erkennen, ist die regelmäßige Kontrolle von Kopf, Beinen und Rücken des Pferdes besonders bei Weidehaltung notwendig. Dazu legst du am besten weißes Papier auf dein Pferd, auf dem sich die Insekten sammeln und so ihre Anwesenheit verraten. Entdeckst du die kleinen Tierchen rechtzeitig, kannst du diese vorsichtig mit einem Rasiermesser von der Haut abkratzen und die Stelle mit Kernseife und Wasser abwaschen.

Der Biss der Larve löst beim Pferd starken Juckreiz aus. Manche Pferde reagieren sogar allergisch darauf und bekommen an den betroffenen Stellen offene Wunden und Pusteln.

Die Pferde bekommen zuerst kleine, offene und juckende Wunden im Bereich der Fesselbeuge oder Kronsaum. Häufig nässen und bluten die Bereiche und sind von Haarausfall betroffen. Nicht selten werden die Symptome mit Mauke verwechselt. Im Gegensatz zur Mauke treten die Hautreizungen beim Milbenbefall auch im Bereich der Nüstern auf. Die Symptome zeigen sich erst mehrere Stunden nach dem Befall mit den Larven. Durch den Juckreiz kratzen sich die Pferde oft heftig, so dass offene Wunden an Kopf, Beinen, Rücken und Sattellage entstehen. An den offen Stellen können Bakterien eindringen und Entzündungen verursachen.

Durch das geschwächte Immunsystem sind die Pferde anfälliger für Maukebildung in der Fesselbeuge. Weitere Begleiterscheinungen können sich in Schuppen und Pilzbefall zeigen.

Bei massiven Befall kann es sogar zu Krämpfen und Anfällen kommen, die der Epilepsie ähneln.

Bist du unsicher, ob dein Pferd von Herbstgrasmilben befallen ist, rufe am besten den Tierarzt. Dieser kann einen speziellen Milbentest durchführen. Der Tierarzt schabt dazu ein bisschen Haut und Fell ab und gibt diese Partikel in ein Labor. Dort werden die Proben auf Rückstände der Milben getestet.

 

Behandlung

Zuerst müssen die Milben eliminiert werden. Dazu wird die betroffene Stelle mit Kernseife, Apfelessig, Salzwasser, Kernseifenlauge oder mit Pyrethrumextrakt gewaschen. Anschließend wird der Bereich mit klarem Wasser abgespüllt.

Auch pflanzliche Insektizide wie Kokos- und Neemöl haben sich als hilfreich erwiesen. Nur in hartnäckigen Fällen ist es sinnvoll Insektizide auf chemischer Basis zu verwenden.

Sind alle Milben eliminiert, beginnt die Pflege der betroffenen Hautstellen. Eine Jodtinktur eignet sich gut zur Desinfektion. Es gibt verschiedene Salben und Produkte, die eine juckreizlindernde und entzündungshemmende Wirkung haben, wie beispielsweise Zinksalbe oder Schwarzkümmelöl. Gut helfen auch Produkte gegen Mauke oder Sommerekzem, zum Beispiel Lebertran-Zink-Salben. Wer auf homöopathische Mittel zurückgreifen möchte, kann Calendula- und Propolis-Urtinkturen verwenden oder Betaisodonna und Produkte mit Aloe Vera nutzen. Dadurch wird nicht nur der Juckreiz gelindert, sondern auch Entzündungen der offenen oder verkrusteten Wunden vorgebeugt. Heilerde oder ein Heilgel helfen ebenfalls  gut um die Haut zu beruhigen und zu pflegen.

Das Pferd sollte in dieser Zeit möglichst trocken stehen. So halten die Salben und Pflegeprodukte länger und können so besser einwirken.

Man kann das Pferd über die Fütterung mit Zink oder B-Vitaminen unterstützen. Diese helfen gut beim Heilungsprozess der Haut und stärken das Immunsystem.

In der Regel klingen die Beschwerden innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab.

 

Hausmittel gegen Milben

Man kann eine Tinktur leicht selbst herstellen. Dazu werden nur Kokosöl, Neemöl und Geraniol benötigt. Kokosöl enthält Laurinsäure und Milben mögen diesen Geruch nicht. Neemöl soll auf den Hormonhaushalt der Milben eingreifen und sie damit nach und nach ausrotten. Geraniol hilft auch wegen des Geruchs, den die Milben gar nicht leiden können.

Man nimmt das Kokosöl und mischt ein paar Tropfen Neemöl und Geraniol darunter.

Diese Mischung wird dann auf die Beine des Pferdes gegeben. Wollen die Milben trotz des unangenehmen Geruchs nicht das Pferd verlassen, so hilft dieser Ölfilm, denn er verstopft das Atemsystem der Milben.

Eine andere Variante ist Teebaumöl. Der Teebaum ist ein Myrtengewächs und hat eine fungizide und antibakterielle Wirkung. Man kann die befallenen Stellen auch mit Teebaumöl betupfen oder mit einem Teebaumölshampoo waschen. Dieses Shampoo kann auch leicht selber hergestellt werden. Man braucht dafür ein natürliches Pferdeshampoo ohne Silikone und reines natürliches Teebaumöl. Zu dem Pferdeshampoo werden ca. 7 Tropfen Teebaumöl pro 100ml Shampoo hinzugefügt. Anschließend wird es gut durchgeschüttelt.

Das Pferd wird an den betroffenen Stellen damit gewaschen und anschließend wird es mit klarem Wasser gut abgespült. Danach betupft man die Stellen mit dem Teebaumöl.

 

Vorbeugung

Vorbeugend kann das Immunsystem gestärkt werden. Dazu gehören viel Auslauf, eine passende Herde ohne Stress, qualitativ hochwertiges Heu und eine gesunde angepasste natürliche Ernährung. Auf industriell hergestellte Futtermittel sollte möglichst verzichtet werden. Zink, Kupfer, Selen oder homöopathische Mittel wie Echinacea stärken nicht nur das Immunsystem sondern beugen einer Grasmilbenallergie vor. Hagebutten enthalten viele Vitalstoffe wie Vitamin C und können regelmäßig mit gefüttert werden. Es gibt auch spezielle Kräutermischungen, die das Immunsystem stärken. Wichtig ist auch ein gesunder Magen-Darm-Trakt, denn nur dann kann das Futter entsprechend gut verwertet werden. Es gibt fertige Magen-Darm-Kräuter zu kaufen, die Kurweise 1 bis 2 Mal im Jahr gegeben werden können.

Weiterhin können die gefährdeten Hautstellen vorbeugend mit Fliegenspray, Gel oder Kokosöl geschützt werden.

Dennoch kann man nicht ausschließen, dass das Pferd mit den Herbstgrasmilben befallen wird. Sollte es sich als hartnäckiger Fall herausstellen, ist es wichtig, rechtzeitig den Tierarzt zu informieren um schlimmere Folgeerkrankungen zu vermeiden.

PS zu den Hagebutten: Wenn du selbst Hagebutten sammelst, dann pflücke bitte immer nur soviele vom Busch ab, wie du wirklich brauchst und ernte die Pflanze NICHT komplett ab. So bleiben noch genügend Früchte für die Vögel und Wildtiere übrig. Merci.

 

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